St-Imier
St. Imier im Berner Jura, eingebettet zwischen Mont Soleil im Norden und Chasseral im Süden, befindet sich im Spannungsfeld zwischen traditionsreicher Uhrmacherkunst und moderner Energietechnologie.

Mit dem fotovoltaischen Sonnenkraftwerk auf dem Mont Soleil (seit 1992) und dem Windkraftwerk auf dem Mont Crosin entwickelt sich das Tal zum bedeutendsten Zentrum für erneuerbare Energie in der Schweiz. Zusätzlich besteht auf dem Mont Soleil ein modernes astronomisches Observatorium. Ein gut ausgebauter Erlebnispfad verbindet die Anlagen, Aussichtspunkte stehen im ständigen Wechsel mit interessanten Infotafeln zum Thema Energie. Auch im Winter ist der Weg gepfadet und verläuft meist parallel zu den Langlaufloipen. Alternativ können sich Besucher mit Pferdekutschen zu den beiden Kraftwerken fahren lassen.
Die Uhrmacherei brachte St. Imier im 19. Jahrhundert einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Grosse Uhrenfabriken wurden erstellt und auch eine Uhrmacherschule. Das Musée Longines erinnert mit Uhren, Chronographen, Navigationsinstrumenten und Werkzeugen an die Geschichte der Uhrmacherkunst von 1832 bis heute. Die Uhrenkrise der 1970er-Jahre hat dann allerdings eine Neupositionierung erforderlich gemacht. Heute spielen die Energietechnologie und die Mikromechanik neben der Uhrenindustrie bedeutende Rollen.
Das Ortsbild von St. Imier ist mehrheitlich städtisch-industriell geprägt. Erhalten geblieben sind nach drei Stadtbränden und der Entwicklung der Uhrenindustrie nur wenige alte Bauten, so etwa die ehemalige Kollegiatskirche aus dem 11. Jahrhundert oder die Tour St. Martin.
Der Chasseral ist mit 1607 m ü. M. einer der höchsten Gipfel des Juras. Er befindet sich auf dessen südlichster Kette und überragt das Schweizer Mittelland. Trotz Zufahrtsstrasse und Sendeturm, ist der Chasseral ein abgeschiedener Hügelzug hoch über dem Seeland. Der Regionalpark Chasseral strebt eine nachhaltige und ausgewogene Entwicklung der Region an. Auf zwölf ausgeschilderten Wander- und vier Mountainbikewegen, Themenpfaden, geführten Exkursionen oder dem Reitwegnetz können Besucher die Besonderheiten dieser Berglandschaft erkunden.
Highlights
- Regionalpark Chasseral - unterstützt und koordiniert Tourismusprojekte, Naturschutz und Forst- und Landwirtschaft am Chasseral.
- Aussicht vom Chasseral - Blick zu Vogesen und Schwarzwald, über Bieler-, Neuenburger- und Murtensee, Seeland und Mittelland bis zum weiten Alpenpanorama.
- Métairies - Alpwirtschaften, in denen Käse gemacht und Gäste verköstigt werden; Rundtouren führten von Métairie zu Métairie.
- Trottinett am Mont-Soleil - Eine Standseilbahn fährt von St. Imier auf den Berg, talwärts kann ein Trottinett gemietet werden, drei abenteuerliche Abfahrten stehen zur Wahl.
- Champ Meusel - nicht durch Erosion, sondern durch einen Meteoriteneinschlag in der Vorzeit ist die auffällige Vertiefung in der Landschaft am Südhang des Mont Soleil oberhalb von St. Imier entstanden.
- Château d`Erguel - sehenswerte Ruinen des mittelalterlichen Schlosses bei Sonvilier südwestlich von St. Imier.